Als mir der 'Gusseisen Bräter 24 cm' von Gusskönigin zum Test angeboten wurde, war ich sehr euphorisch. Ich koche gerne und bin ein Fan von guten Küchengeräten, speziell von guten Töpfen und Pfannen. Deshalb besitze ich u.a. auch einen sündhaft teuren Staub Bräter, der mir mit 28cm aber oft zu groß ist. Ein Geheimnis guter Schmorgerichte ist nämlich auch, dass der Topf keinesfalls zu leer sein darf, was ich damals noch nicht wusste. Ein Gulasch für 4 Personen im 6 Liter Topf ist keine gute Idee. Der 24cm große Topf von Gusskönigin kam mir daher wie gerufen. Obwohl ich von der Marke noch nie gehört hatte, habe ich aufgrund des stolzen Preises natürlich nur das Beste erwartet. Der Topf kommt in einer sehr schönen, kompakten Verpackung und ist bestens geschützt. Kleine Plastik-Spacer halten den Deckel auf Abstand, sodass die Emaillierung nicht leidet. Mit dem Topf kommt noch ein ganzer Karton mit Zubehör, auf das ich noch eingehen werde. Außerdem gibt es ein Heftchen in Hochglanz gedruckt, mit Pflegetips und einigen Rezepten. Das sah alles sehr gut aus.Man kann sich meine Enttäuschung vorstellen, als ich feststellte, dass der Topf offenbar ein 'Montagsprodukt' war. Die Emaillierung war höchst unsauber und der ganze Topf verzogen. Der Deckel passte nicht gut genug, um fest zu schließen und der Topf wackelte auf der Glasplatte meines Induktionsherdes ziemlich stark. Der Topf war offenbar Ausschuss. Da ich als Vine Tester Produkte nicht so gut tauschen kann, mich aber auch die Reaktion des Herstellers interessiert hat, habe ich mich direkt an Gusskönigin in Deutschland gewendet. Immerhin verspricht der Hersteller 30 Jahre Garantie - das ist schon ein Wort. Ich habe den Fall also geschildert und zusammen mit ein paar aussagekräftigen Fotos per email verschickt. Ich bekam innerhalb von wenigen Stunden eine Antwort in Form einer Entschuldigung und dass man mir sofort einen Austauschtopf zusenden würde. Ich habe dann aus persönlichem Interesse nochmal nachgehakt, wie denn so ein 'mäßiger' Topf überhaupt in den Verkauf gelangen könnte und dabei sehr freundliche und aufschlussreiche Gespräche geführt. Mich hat natürlich interessiert, wer hier überhaupt Töpfe im absoluten Premiumsegment, zumindest was den Preis anbelangt, verkaufen möchte. Dabei erfuhr ich unter anderem, dass Gusskönig schon lange 'schwarze' Gusstöpfe erfolgreich anbietet und nun eben auch ins Geschäft der emaillierten Varianten eingestiegen ist. Dabei hatte man auf fernöstliche Fertigung gesetzt und wurde wohl auf die Dauer selbst enttäuscht. Mittlerweile wird die komplette Fertigung nach Europa verlagert und man bekommt Premiumqualität, die auch dementsprechend kontrolliert wird. Mich hat aber wirklich der bemühte, freundliche und zuvorkommende Service beeindruckt und dementsprechend erhielt ich bald einen Ersatztopf, der nun eine tadellose Qualität hatte. Mir war es wichtig, dies in der Rezension unterzubringen, weil der Preis solch eines Topfes sich natürlich auch auf eine tadellose Kundenbetreuung bezieht, erst recht bei einem Garantieversprechen von 30 Jahren. Zumindest momentan habe ich dahingehend keine Zweifel.Zum Topf selbst habe ich versucht mit vielen Bildern die verschiedenen Ecken und Flächen abzulichten, um die wirklich gute Qualität des Gusses und der Emaille zu zeigen. Auch die Formen des Gusses können gefallen und es macht Spaß den Topf anzufassen. Das sollte man auch beherzt tun, denn er wiegt ohne Deckel schon knappe 3kg und mit Deckel rekordverdächtige 4,4kg! Das ist für einen 24cm Topf schon gewaltig, sichert aber eine extrem gleichmäßige Wärmeabgabe beim Schmoren, der vornehmsten Aufgabe für solch einen Topf. Ich habe darin ein Gulasch gekocht, klassisch mit größeren Fleischstücken und fast 4 Stunden Garzeit. Das Gulasch wurde ein Gedicht und die Wärmeregelung ist dank der Masse des Topfes ein Kinderspiel, etwas Erfahrung mit dem eigenen Herd vorausgesetzt. Was ich bislang nur von Staub kannte, sind 40 kleine 'Stalaktiten', die über das Deckelinnere verteilt sind (siehe Fotos). Sie sorgen dafür, dass im Deckel kondensierende Flüssigkeit nicht nur am Rand zurückläuft, sondern übers ganze Topfinnere verteilt wieder herab tropft. Man kann die genauere Wirkweise unter 'Self-Basting' im Internet finden.Ich habe aber auch versucht nach der Anleitung eines Freundes ein Brot zu backen, was ebenso perfekt gelang. Es sollte ein helles Sauerteigbrot mit Lievito Madre werden. Auf die Teigzubereitung mit mehreren Gehphasen kann ich hier leider nicht detailiert eingehen. Aber wenn der Teig 'backbereit' ist, heizt man den Topf im Ofen optimalerweise auf 250°C auf und gibt den Teig dann einfach in den heißen Topf. Der Deckel kommt wieder drauf und so wird das Brot im 'Mini-Backofen' perfekt gebacken. Nach einer kurzen Abkühlphase, löst sich das Brot mühelos aus dem Topf und es bleiben keine Spuren oder gar Teigreste zurück. Man könnte den Topf einfach mit einem feuchten Tuch auswischen. Das ist toll und spricht eben für eine hohe Emaillequalit...